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#121 RE: London: Familie Watson von RubyKeegan 02.06.2009 15:19

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Ruby wusste nichts von Marys Animagi und konnte so nicht zu dem selben Schluss wie Cyp kommen.
Sie runzelte etwas die Stirn und begann nachzudenken.
"Du bist ein Phönix? Cool, ich liebe diese Wesen", musste sie grinsend zugeben, dann wurde sie allerdings wieder ernster.
"Sie wollten also dein Blut...hm, hast du vielleicht irgendeine besondere Blutgruppe, die Mary auch haben könnte?"
Wieder überlegte sie und versuchte, all ihre Gedanken zu einem zusammenzufügen.
Und plötzlich ging ihr ein Licht auf. Das musste es sein! Das war so offensichtlich, dass es doch wiederum so logisch war!
Wie Ruby eben schon gesagt hatte, mochte sie die Feuervögel wirklich sehr gerne und wusste einiges über sie.
"Könnte es vielleicht sein...", begann sie mit ihrer Vermutung,"...dass sie das Blut wollten, gerade weil du ein Phönix bist? Wir alle wissen, dass diese Wesen mit ihren Tränen Wunden und so weiter heilen können. Könnte es dann nicht auch sein, dass dein Blut ebenso heilen kann? Vielleicht hat Marko irgendeine Krankheit, die er damit heilen will. Meint ihr nicht? Für mich klingt das ziemlich logisch."

#122 RE: London: Familie Watson von Kathleen Watson 03.06.2009 14:45

Ruby war ein aufgewecktes Mädchen, das war unschwer zu übersehen.
Leicht lächelnd nickte Kathleen, als Ruby meinte sie mochte das Zauberwesen, in das sich Kathleen verwandeln konnte, sehr gern.
Dann wurden die Gesichtszüge der ehemals Gryffindorschülerin wieder ernster.
"Keine Ahnung, ob überhaupt oder was mein Blut bewirkt" gab sie zu.
"Was meine Blutgruppe betrifft..meine Eltern haben ganz normales Blut und bis auf die Tatsache, dass ich ein Halbblut bin, sollte damit alles in Ordnung sein."
Die junge Frau überlegte, was Marko wohl vor hatte, doch fiel es ihr noch immer schwer ihn in dem neuen Licht zu betrachten, in dem er nun wohl stand.
"Je länger ich allerdings darüber nachdenke, desto interessanter finde ich deine Theorie, ehrlich gesagt."

#123 RE: London: Familie Watson von RubyKeegan 04.06.2009 11:49

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Ruby nickte leicht und nachdenklich. Mehr als Vermutungen anzustellen, konnte sie leider nicht. Sie war ja kein Atama, der vielleicht mehr wusste. Allerdings wagte sie es, zu bezweifeln, dass selbst die meisten Atamas, wenn überhaupt, davon wussten.
"Das macht es leider nicht sehr viel leichter, wenn du uns nichts über die Wirkungskraft deines Blutes sagen kannst."
Hmmm....schwer, schwer. Aber...vielleicht könnte man es testen? Aber kann ich ihr das antun, würde sie überhaupt mitmachen?
"Na ja Kathleen, es würde vielleicht eine Möglichkeit geben, das herauszufinden", sagte sie leise.
"Wir könnten es testen, mit deinem Blut. Natürlich will ich nicht, dass du dir Literweise abzapfst, aber ein klein wenig wäre sicher hilfreich. Du willst doch sicher auch wissen, was dein Blut bewirken kann, hm?"
Ruby blickte die ehemaligen Gryffindor aufmerksam an und wartete gespannt auf ihre Reaktion.

#124 RE: London: Familie Watson von Kathleen Watson 04.06.2009 22:14

Eigentlich kannte Kathleen Ruby kaum, doch kam sie ihr sehr nett vor und Gründe die gegen Ruby sprachen gab es einfach nicht.
Kathleen mochte ihre direkte Ehrlichkeit.
"Hm, naja. Ich denke wir sollten es versuchen."
Dabei sah sie von Ruby kurz zu Cyprien und wieder zu Ruby.
"Aber wie wollen wir es testen, woran?"

#125 RE: London: Familie Watson von RubyKeegan 04.06.2009 22:29

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Ruby lächelte Kathleen an und sie fand es schön, dass sie nichts dagegen hatte.
Nur da waren sie auch schon beim nächsten Problem. Das Mädchen begann wieder zu überlegen, sah auch kurz zu Cyp, wenngleich sie wusste, dass er ihr nicht helfen würde. Es war ja ihr Auftrag.
"Hmmm...das ist schwer. An einem Kranken wäre wahrscheinlich am besten."
Sie hob den Blick und sah beide schweigend an.
"Vielleicht im St. Mungo? Wir müssen ja niemandem davon erzählen und vielleicht helfen wir sogar jemandem damit. Ich weiß, das ist eine ziemlich spezielle Idee, aber die plausibelste, die mir grad einfällt. Was meint ihr, hm? An einem Tier zum Beispiel könnten wir es nicht testen. Das sagt uns ja dann nicht, ob es auch bei Menschen funktioniert."
Da fiel ihr plötzlich Curtis ein und eigentlich wollte sie ihn da nicht mit reinziehen, aber was blieb ihr anderes übrig? Auch der Gedanke daran, einfach so einen Bluttest an jemanden durchzuführen gefiel ihr selbst nicht wirklich. Aber Kathleen hatte ja keine Krankheiten, so vermutete sie und das Blut eines Phönixes war sicher für niemanden schädlich.
"Mein bester Freund arbeitet im St. Mungo...vielleicht könnte der uns helfen. Und...wir müssen es ja nicht mal an jemandem probieren, der nichts davon weiß. Ich denke, es gibt genug Leute, die alles dafür tun würden, geheilt zu werden. Vielleicht funktioniert es ja wirklich. Du würdest diesem Menschen sogar noch damit helfen, Kathleen."
Das Mädchen wurde wieder etwas fragend und jetzt wollte sie lieber erstmal auf eine Antwort warten und nicht noch weitererzählen.

#126 RE: London: Familie Watson von Kathleen Watson 05.06.2009 12:02

Kathleen hörte sich Rubys Vorschlag in Ruhe an und dachte dann darüber nach.
Sie wollte auf keinen Fall jemanden verletzen, da sie die Wirkung ihres Blutes ja selbst nicht kannte.
Der jungen Frau war etwas unwohl und sie sah sich fast etwas suchend um.
Ihre Gedanken kreisten noch immer um das selbe Problem, was wenn sie jemanden verletzen, die Krankheit gar noch schlimmer machen würde...
Doch sonst würden sie nie erfahren, was ihr Blut bewirkte oder ob Marko gar einem Mytos hinterher rannte und Kathleens Blut nur normales Blut war, das ihm nicht helfen konnte, wofür auch immer er es verwenden wollte.
Kathleen atmete tief durch und sah dann wieder in Rubys Augen.
"Ich denke wir sollten es versuchen. Und sonst... dann gibt es ja immer noch die Phönixtränen."
Damit hoffte sie etwaige böse Folgen ungeschehen machen zu können.

#127 RE: London: Familie Watson von RubyKeegan 05.06.2009 12:16

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Ruby nickte und lächelte noch einmal mutmachend.
"Es wird schon alles gutwerden, hm? Es wird niemand zu Schaden kommen, da bin ich mir sicher."
Dann wandte sie sich an Cyp und sah die beiden fragend an.
"Gehen wir dann jetzt gleich ins St. Mungo? Je schneller, desto besser, würde ich sagen."

#128 RE: London: Familie Watson von Cyprien Evans 06.06.2009 13:16

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Cyprien hatte den beiden zugehört und beobachtete die Haltung von Ruby und auch was sie sagte.
Als sie dann zu ihm sah, nickte er und schmunzelte im innern ein wenig amüsiert.
In so einer ersten Prüfung würde er ihr sogar bis zum Zahnarzt folgen, selbst wenn es ein Fehler wäre.

#129 RE: London: Familie Watson von Kathleen Watson 06.06.2009 19:46

Kathleen nickte leicht.
Sie dachte jetz auch mal positiv und hoffte, dass alles gut ginge. xD
"Ja, lasst uns los!" meinte sie dann.
Je schneller sie anfiengen, desto schneller würden sie Gewissheit haben.

St. Mungo
(mach du einfach gleich weiter)

#130 RE: London: Familie Watson von Mary Vane 08.06.2009 20:05

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Eine Eule setzte sich auf Kathleens Fensterbrett und pickte gegen die Scheibe.
Im Schnabel hielt sie die umgehende Antwort von Mary.

Liebe Kathleen,

ja und ich mache mir Sorgen. Ich hoffe, dir geht es gut und deinem Vater auch. Es ist schwierig, mit den Eulen Kontakt zu halten, denn ich bin schon mehr als froh, wenn dich diese noch ohne weiteres erreicht. Du hast Recht...jetzt geht es erst so richtig los.
Bitte komm so schnell wie möglich an den Ort, an dem die Gedanken freundliche Worte sprechen und der Wind all die Sorgen für kurze Momente mit sich nimmt. Pass bitte auf dich auf, Kathleen!!!

Bis hoffentlich bald, Mary

#131 RE: London: Familie Watson von Kathleen Watson 21.06.2009 16:17

Kathleen war heute in London.
In letzter Zeit hielt sie sich nicht mehr oft hier auf, da sie ihren Vater nicht in unnötige Gefahr bringen wollte, doch hatte sie ihn heute besucht um zu sehen wie es ihm ging.
Es war sehr früh gekommen, da ihr Dad den Tag über eh in der Werkstatt sein würde und als er kaum eine Stunde nach ihrer Ankunft los musste umarmte sie ihn noch einmal und blieb dann allein im Haus zurück.
Die junge Hexe ging hinaus in den Garten, der hinter dem Haus lag und setzte sich auf die Schaukel, die dort noch von früheren Kindertagen stand.
Nachdenklich sah sie aus, doch dieser Blick zierte sie schon lange Zeit.
Sie stand wieder auf von der Schaukel und Licht fiel auf sie herab vom Himmel, dort wo die Wolkendecke Risse hatte.
Kathleen hob ihren Blick und blickte empor, als die Wolken sich dunkel färbten, als stünde ein Gewitter bevor und die Sonne gänzlich verschwand.
Donnergrollen erklang und ein Blitz zuckte durch die Luft. War er grünlich gewesen?
Doch die nächsten waren wieder gelb und so blieb es eine unbeantwortete Frage.
Kathleen legte die Arme um ihren Körper und sah ernst, aber nicht ohne einen fragenden Ausdruck in den Himmel empor.
Als ob einer der Blitze sie erfasste, zuckte die junge Frau plötzlich zusammen und sank auf die Knie.
Ihr Gesicht wirkte verzerrt, voller Verzweiflung und Schmerz.
Alles in ihr schnürte sich zusammen, verkrampfte sich bis auf das Äußerste.
Unmöglich eine Bewegung zu tun.
Nur diese Starre.
Weit aufgerissen die Augen, doch rührte sie sich nicht, blinzelte nicht einmal.
Unmöglich nicht jene Gestalt vor Augen zu haben, die sie über Jahre hinweg begleitet hatte, über die schönsten und schrecklichsten Jahre ihres Lebens. Deren Existenz Trost gespendet und Freude geschenkt hatte.
Stille, Stille.
Nichts von all dem war mehr da.
Nur die verzweifelten Schreie ihres Herzens, auf ewig klanglos in der Dunkelheit.

Die Schreie nach Joel, der gegangen war.
Kathleen wusste, dass es stimmte und hasste es zugleich, diese schreckliche Gewissheit zu haben.
Für immer war er weg, würde nicht mehr zurückkehren, nie wieder.
Ein Augenblick, nur ein Moment.
Kathleen keuchte und ihre Augen wurden feucht, nahmen ihr die Sicht.
Und als ob die Welt ihre grausamen Gefühle teilte, setzte eiskalter Regen ein und prasselte auf Kathleen und die Erde nieder.
Es erdrückte sie, zu wissen, dass ihre Liebe, ihr Herz nicht wieder zum Leben auferstehen würde.
Die junge Hexe verlor ihren Halt und stürzte vollends zu Boden.
Lag dort und krümmte sie sich. Weinte und fühlte die Luft aus sich weichend, die ihr die Kraft zum leben gab.
Wie ein wilder, reißender Fluss rauschten all die Erinnerungen durch ihren Kopf und es schmerze nur noch mehr.
Doch nicht daran zu denken, das konnte sie nicht.
Joel war fort...
Kathleen fühlte sich müde vom Leben, sie konnte einfach diese Last nicht überwinden, die sie erdrückte.
Ihre Seele spannte sich und zerschlug am Abgrund des Nichts, das sie umfing.
Die 20-jährige fühlte sich in einer Leere eingeschlossen.
Denn was sollte jetzt noch kommen?
Sie hatte vermutet, dass es kein Zufall war, dass sie noch immer ihrem 17-jährigen Ich fast bis aufs Haar genau glich. Sie würde körperlich nur schwer wirklich älter werden und ganz wie es üblich war für einen Phönix ewiglich weiter da sein.
Doch was sollte das bringen?
Sie war hier, geistlos und fremd gegenüber sich selbst, gegenüber allem.

Noch immer lag sie dort auf der Erde, im Regen.
Leer von sämtlichen Gedanken, bis auf den einen, verlorenen und trostlosesten.
Ihre Gliedmaßen fühlten sich kalt und steif an.
Der Glanz des Mädchens hatte es ihrem Lächeln gleich getan, war verschwunden im düsteren Nichts.

#132 RE: London: Familie Watson von Kathleen Watson 21.06.2009 20:40

Wo war der Lebenswillen, der Kathleen in der Welt festhielt und sie davor bewahrte zu stürzen, in die Unendlichkeit?
Woran konnte sie festhalten, wenn nicht an dem Gedanken, dass Joel lebte.
"Und versuch zu leben, Kathleen, denn ich muss es auch" hatte er zu ihr gesagt, als sie sich vor Jahren an der Grenze zu Otopia trennen mussten.
Was war es, an das sie noch glauben sollte?

#133 RE: London: Familie Watson von Kathleen Watson 21.06.2009 22:01

Noch immer lag die junge Frau am Grunde ihrer Existenz. Im Nichts.
Der Regen prasselte stetig herab und eine Gänsehaut bedeckte Kathleens gesamten Körper.
Doch es störte sie nicht, nichts störte sie mehr. Sie beachtete es nicht.
Ihre Kleidung war längst durchweicht, ihr Körper stark unterkühlt.
Sie hatte den Glauben verloren, den Glauben an etwas, das sie am Leben erhalten sollte.
Ganz still und einsam, allein und verloren.

#134 RE: London: Familie Watson von Kathleen Watson 24.06.2009 20:43

Schier eine Ewigkeit schien vergangen zu sein, als um Kathleen wieder etwas anderes wahrnehmbar war, als das beständige prasseln des Regens.
Längst war es Abend geworden und ihr Vater vermisste seine Tochter oder zu mindest eine Notiz, dass sie schon früher weg gemusst hatte.
Er durchsuchte das Haus von oben bis unten und suchte die Straße ab.
Es sah Kathleen nicht ähnlich, dass sie nichts sagte und einfach davon ging und James Watson hatte kein gutes Gefühl in der Magengegend.
Der Mann ging mit einem Regenschirm und einer Taschenlampe hinaus und auch um das Haus herum.
Hinten im Garten fand er sie.
Mr. Watson lies die Taschenlampe und und den Schirm achtlos fallen und lief auf die leblos wirkende Person auf dem Rasen zu.
Das Gras war durch das Wasser glitschig geworden, doch das kümmerte ihn nicht.
In heller Aufregung lies er sich neben seiner Tochter auf den Boden fallen und wischte die Haare aus ihrem Gesicht.
"K-kathleen! Komm schon mein Mädchen, sag etwas."
Vorsichtig hob er ihren Kopf und strich über die eiskalte Haut.
"Kathleen.." flehte er sie fast an und blickte suchend umher.
Es war schon fast gänzlich dunkel und nur von den Straßenlampen kam noch ein wenig Licht.

Kathleen war gefangen. Gefangen in sich selbst, in ihrem Schmerz, in dem tiefen Loch in ihrer Seele.
Sie reagierte nicht auf das was ihr Vater sagte, nahm nichts davon war.
Ihr Körper war mittlerweile stark unterkühlt, selbst die Flamme des Phönix in ihr schien erloschen.

James Watson hob seine Tochter vorsichtig hoch und trug sie hinüber in das Haus, wo er sie ins Wohnzimmer brachte.
Verzweifelt, da er nicht recht wusste, ob er sie überhaupt in ein Muggelkrankenhaus bringen konnte suchte er Decken und Kissen zusammen um es ihr so bequem und warm wie möglich zu machen.
Zurvor war das Kind nie wirklich krank gewesen und Schnupfen war in einem magischen Haushalt kein Problem gewesen.
Doch Kareena und er hatten sich getrennt und James war überfordert.
Er liebte seine Tochter über alles und es standen ihm Tränen in den Augen, als er sie so sah.
"Bleib bei mir" flüsterte er Kathleen zu, als er an ihrem Lager kniete und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
Dann ging er die Treppe hinauf in den ersten Stock, ins Schlafzimmer und holte, tief in einer Schublade vergraben, einen kleinen Lederbeutel hervor.
Kurz drückte er das Material zusamen, öffnete das Säckchen und nahm einen Ring hervor.
Es war sein alter Ehering. Kurz zögernd steckte er ihn sich an den Finger und drehte ihn dreimal herum. Er hoffte innig, dass es funktionieren würde, auch wenn er nicht wusste, ob seine Ex-Frau den Ring noch hatte, oder der Zauber noch aktiv war.
Hecktisch stürmte er wieder hinunter in das Wohnzimmer und dann in die Küche um Tee zu machen, vielleicht würde es helfen, wenn Kathleen etwas warmes trank.
Kaum eine Minute später war ein Ploppen zu hören und Kareena Watson apparierte in ihr altes Zuhause.
"James, was ist passiert, dass du den Ring benutzt?"
Auf Mr. Watsons Gesicht lag ein ernster Blick.
Ohne ein Wort führte er Kareena ins Wohnzimmer.
"Sie lag draußen im Garten, hat sich nicht bewegt und lag nur da" berichtete er dann.
"Kannst du ihr helfen? Ich-"
"Ist gut" beruhigte die Frau ihn und schickte ihn dann mit ein paar Wünschen, von Sachen die sie brauchte, aus dem Raum.
Erst dann wannte sich die ehemalige Mrs. Watson richtig ihrer Tochter zu.
"Oh mein Engel" flüsterte sie und nun war auch in ihrer Stimme ein besorgter Ton.
Die Heilerin fühlte die Kälte ihre Haut und leuchtete in ihre Augen um zu sehen wie es um Kathleen stand.
Die einst leuchtend klare Farbe die ihre Regenbogenhaut trug wirkte trübe und matt.
Klein Glanz war mehr vorhanden und noch immer zeigte die junge Frau keine Reaktionen.
Kareena befreite ihr Kind von den durchnässten Kleidern und zog ihr ein paar trockene Sachen über, die sie noch im alten Kinderzimmer gefunden hatte, wo Kathleen doch noch manchmal geschlafen hatte in letzter Zeit.
Dann deckte sie sie wieder warm zu und legte Kathleen auch eine Wärmflasche auf den Bauch.
Aus diesem Zustand konnte sie auch die Zauberei nicht holen.
An den Augen hatte die Heilerin erkannt, dass es nicht die körperlichen Schmerzen waren, die Kathleens Zustand ausmachten.
Kareena massierte leicht Hände und Füsse ihrer Tochter, als James das Zimmer wieder betratt.
Er wirkte besorgt und Angst war in seinem Gesicht gleichermaßen zu lesen wie in Kareenas.

#135 RE: London: Familie Watson von Kathleen Watson 04.08.2009 16:31

Für Kathleen, so schien es, dass eine Ewigkeit vergangen war.
Eine unendlich langer Pfand, der einfach kein Ende fand, den sie jedoch gehen musste.

In Kathleens Zimmer war das Fenster offen und die Sonne streckte tastend ihre warmen Strahlen herein.
Irgendwo zwitscherten ein paar Rotkehlchen ihre schönste Melodie und noch etwas anderes drang von Draußen in den Raum.
Eine Melodie.
Kathleen kannte diese Melodie aus ihrer Kindheit.
Als sie noch ganz klein war hatte sie eine Spieluhr, welche immerzu dieses eine Lied gespielt und sie beruhigt hatte, wenn sie sich irgendwo gestoßen hatte, oder sie traurig war und die Tränen kamen.
Dann hatte das sanfte Klavierspiel eine beruhigende Wirkung und zauberte wieder ein Lächeln auf das Gesicht des Mädchens.
Heute drang das Lied seit langer zeit zum ersten Mal wieder an Kathleens Ohr.
Immer wieder begann es von neuem und nur das kurze Aufziehen der Spieluhr unterbrach das Stück.
Doch woher kam die Melodie?
Je öfter sich das Instrumentalstück wiederholte, desto mehr entbrannte in der jungen Frau eine unschuldige Neugierde, die dem auf den Grund gehen wollte.
Schließlich wurde die Musik leiser und schon füchtete die Hexe, sie könnte verstummen.
"Warte" wollte sie rufen, doch es drang kein Laut aus ihrem Mund.
Die Musik setzte wieder in ihrer alten Lautstärke ein und Kathleen fühlte Erleichterung.
Einen Moment war sie noch ruhig und begriff, dass sie wirklich hörte, es kein Traum war.

Dann schlug sie ihre Augen auf.
Als ob ein dunkler, dichter Nebel, der um sie herum gelegen hätte, fortgeweht wurde, hörte sie das kleine Lied nun deutlicher und ein Lächeln legte sich auf ihr Gesicht.

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