#1 Gemach von Fenja von Fenja 05.03.2011 14:01

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Fenja kniete auf dem Boden ihres Gemaches.
Die Haltung war angespannt, das Gesicht verweint und die Tränen bitter.
Draussen klangen die Rufe des Volkes seit Wochen schon.
Und langsam wusste es auch der letzte hier: Was einst war, wird nicht mehr sein.
Otopia war im Wandel.
Und so auch die Kinder dieser Welt.
Ich bitte euch, schenkt ihm die Gnade…nicht den Tod, betete die Prinzessin in ihren Gedanken und ein lautes Getöse liess sie aufschrecken.
Eine Kanonenkugel hatte ihr Zimmer nur knapp verfehlt .
Fenjas Brustkorb hob und senkte sich vor Angst und Aufgewühltheit.
Ihre Finger klammerten sich krampfhaft an das schwarze Seidentuch, das sie in ihrem Fingern hielt.
Nun schloss sie wieder die Augen und sie schluckzte.
„Bitte…Gnade. Gnade!“
Die Geschichte der Vampirwelt ist uralt und gefüllt mit Schmerz.
Der König hatte sich nicht an sein Volk gewandt und zu ihnen gesprochen.
So viele Fragen hingen in der Luft und niemand verstand sie.
Warum?
Warum waren sie alle hier?
Waren sie nicht einst alle ein grosses Volk gewesen in den Sümpfen?
Und jetzt die Verbannten?
Die vielen Gerüchte und Thesen, die durch das Bürgertum gegangen sind hatten Schrecken hervorgerufen und Enttäuschung.
Die Vorstellung einst in einer vollkommenen Welt gelebt zu haben, aber durch die Vampirkönige davon getrennt worden zu sein, das liess das Volk erzürnen.
Und Tarabas hatte sich mit keinem Wort an die durstenden Menge gewandt.
Er hatte sich nicht geäussert und sollte nun sein Todesurteil erfahren.
Ja, er war schuldig in ihren Augen.
Schuldig es immer gewusst und sie alle betrogen zu haben.
So wie es seine Vorväter alle ebenfalls getan hatten: Nicola, Pegasus, Xenox…
Sie alle waren die Verräter und hatten sie ins Unglück gestürzt.
Eure Gnade schenkt ihm, denn er ist nur ein Opfer seiner Zeit, flehte Fenja in Gedanken und erneut fielen Steine des Schlosses.
Die Prinzessin schleuderte zurück an die Wand und fiel zu Boden.
Mit geweitetem Blick sah sie auf das Loch neben ihrem und einem anderen Zimmer.
Sie hatte Glück gehabt.
Nur knapp war sie mit dem Leben davon gekommen.

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